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Tarifrunde der Länder 2017

Öffentlicher Dienst

Warnstreiks im Tarifkonflikt der Länder auch in Schleswig-Holstein

Tarifrunde öffentlicher Dienst der Länder 2017


Wie die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di Nord) mitteilt, wird es am morgigen Donnerstag, den 2. Februar 2017, zu einem ersten Warnstreik in Schleswig-Holstein kommen. Aufgerufen werden alle Tarifbeschäftigten, Auszubildenden und Praktikanten/innen beim Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr des Landes Schleswig-Holstein.

„Die Beschäftigten der betroffenen Betriebe treffen sich zu einer gemeinsamen Streikveranstaltung in der Straßenmeisterei Eckernförde. Die Straßenmeisterei wird zu diesem Zeitpunkt auch vom Ministerpräsident des Landes, Torsten Albig, besucht, und wir gehen davon aus, dass wir auch in den Dialog zur Tarifrunde und zu den anstehenden Themen zur Infrastrukturgesellschaft mit ihm kommen“, so Jochen Penke, Chef des Tarifsekretariats von ver.di Nord.

„Leider haben die Arbeitgeber die Chance verpasst, zügig zu einem schnellen Tarifabschluss zu kommen, um solche Aktionen zu vermeiden. Die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes benötigen eine deutliche Einkommenserhöhung und strukturelle Verbesserungen der tariflichen Regelungen", so Penke weiter.

Die Beschäftigten aus vielen Bereichen des öffentlichen Dienstes des Landes werden auch in der kommenden Woche für einen Tag die Arbeit niederlegen. Am 08.02.2017 kommt es in weiteren Dienststellen des Landes zu Arbeitsniederlegungen mit regionalen Veranstaltungen.

ver.di erhöht damit den Druck auf die Arbeitgeber, nachdem an den letzten beiden Tagen in der zweiten Verhandlungsrunde mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder(TdL) keine substanzielle Annäherung erreicht wurde.

Alle Warnstreikenden treffen sich um 14:30 Uhr im Amselweg 10, 24340 Eckernförde.
Die Warnstreiks finden statt mit Beginn der individuellen Arbeitszeit vor Ort.

ver.di fordert für die Tarifbeschäftigten und Auszubildenden im öffentlichen Dienst der Länder (ohne Hessen) Verbesserungen im Gesamtvolumen von 6 Prozent. Dies beinhaltet eine soziale Komponente in Form eines Sockel- oder Mindestbetrages und die Einführung der Stufe 6 in den Entgeltgruppen 9 bis 15 sowie strukturelle Verbesserungen in der Eingruppierung, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Dabei soll die Bezahlung der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst der Länder, der Erzieherinnen und Erzieher in Berlin sowie bei den an den TVL gebundenen Studentenwerken und den Beschäftigten in der Pflege an die der Kommunen angeglichen werden.

Für die Auszubildenden fordert ver.di eine Erhöhung der Vergütungen um 90 Euro, mehr Urlaub und die Übernahme nach der Ausbildung. Zudem sollen die schulischen Ausbildungsgänge, z. B. in den Gesundheitsberufen, in die Tarifverträge einbezogen werden.

Darüber hinaus fordert ver.di den Ausschluss sachgrundloser Befristungen im öffentlichen Dienst. Das Tarifergebnis soll zudem zeit- und wirkungsgleich auf die Beamtinnen und Beamten sowie die Versorgungsempfänger übertragen werden. Insgesamt sind von der Tarif- und Besoldungsrunde 2,2 Millionen Beschäftigte betroffen.